17. Dezember 2008

Einige Worte zur Herkunft und den verhängnisvollen Folgewirkungen der KLUGEN SCHLANGE


- um den Hals des von oben betrachtenden F. Nietzsche geringelt?


Möglichst kurz und übersichtlich einige Worte zu verhängnisvollen Zweckbehauptungsfolgen (auf Geschehensferne >bauende< Gedanken-, Wort-, Tat- und Unterlassungsfolgen, die sich aus der perspektivlosen Enge ihres Eigenbehauptungszwangs nicht lösen können) eines EINZIGEN Übersetzungsfehlers am Beispiel:

Also sprach Zarathustra

Wenn Friedrich Nietzsche infolge seiner mystischen(?) Erfahrungsdimension in Hinsicht auf die BIBLISCHEN TEXTE etwas weniger Wortgläubigkeit an den Tag gelegt hätte, hätte er bemerken können, dass er einem verhängnisvollen Grund-Irrtum aufgesessen ist, als er – ganz in christlich-dogmatisch überlegener Adlerblick-Tradition - die paradiesische Schlange als „KLüGSTES Tier auf dem Felde“ (siehe: Ende der Vorrede „Also sprach Zarathustra“) so (miss)verstand:

Und siehe! Ein Adler zog in weiten Kreisen durch die Luft, und an ihm hing eine Schlange, nicht einer Beute gleich, sondern einer Freundin: denn sie hielt sich um seinen Hals geringelt.
„ES SIND MEINE TIERE!“ sagte Zarathustra und freute sich von Herzen.
Das stolzeste Tier unter der Sonne und das klügste Tier unter der Sonne – sie sind ausgezogen auf Kundschaft.


Mit diesen Sätzen hat Nietzsche seinen übermenschlichen Betrachtungsstandpunkt in dichtester Weise definiert. Mir bleibt unverständlich, wieso der dichterisch hochbegabte Nietzsche für die hintergründig geschehensfundierten Mitteilungen aus Bereschit kaum empfänglich war. Leider spielt die nach anschaulich verbreiteter „christlicher Ansicht“ >GEFÄHRLICH-EROTISCHE Anziehungskraft des EVA-APFELS< auch in Nietzsches Vorstellungswelt eine extrem entscheidende Rolle. Denn die >christlich gemeinte< Leibfeindlichkeit scheint dem daran leidenden Nietzsche das motivierende Anliegen (gewesen) zu sein. Die Schlange wird offenbar nur deswegen von ihm unhinterfragt als „klügstes Tier“ gesehen, weil sie wortreich zum Zugriff überredet haben soll.

In der Rede VON DEN HINTERWELTLERN ist zum Beispiel zu lesen:

Ihrem Elend wollten sie entlaufen, und die Sterne waren ihnen zu weit. Da seufzten sie: „O daß es doch himmlische Wege gäbe, sich in ein anderes Sein und Glück zu schleichen!“ – da erfanden sie ihre Schliche und blutige Tränklein!


Selbst hier scheint der Übersetzungsfehler „klügstes Tier“ (statt „listigstes...“) Nietzsche „blind gemacht“ zu haben für die Frage, wer sich in welcher Weise der Rolle der listig schleichenden Paradies-Schlange bemächtigt hat (unübersehbar dogmatisch nullfixiert sich in gemeinsam vorgestellte Extremhöhen emporzählend).
Fragt sich aus meiner Sicht, wem dieser Übersetzungsfehler weiterhin anzukreiden bleibt?! Fehler eröffnen wegen ihres „fehlerimmanenten Korrekturpotentials“ intelligentem Bewusst-Werden seinen „lernenden Rückweg“ zu einer möglichst „integrativen Geschehensberücksichtigung“. Es macht also keinen Sinn, Fehler einfach zu verteufeln.

Ähnlich über ein rücksichtslos-wortgläubig vorgestelltes DIE DA UNTEN fällt die Bergpredigt-Interpretation zur „ANDEREN HINGEHALTENEN WANGE“ in Der Antichrist aus. Auch hier übernimmt Nietzsche die (zumindest zu seiner Zeit) verbreitetste christliche Deutung der unterwürfigen Unfähigkeit zum Widerstand – anstatt mit Jesus die Gelegenheit zu SEHEN, dem erstmals Zuschlagenden vor seinem zweiten Zuschlag die Gelegenheit zu verschaffen, über sein Gefangensein in der Vorstellungswelt der bösen Unvernunft angesichts des inzwischen erkennbaren Geschehens und in mosaischer Tradition etwa so nachzudenken:



Schluss aus meiner Notiz:
Geschehen bleibt unzertrennlich.
Was nicht den „glaubensgemeinschaftlichen Vorstellungswelten“ entspricht, »muss« – den Vorstellungswelten entscheidender Kreise entsprechend – mit allen »passend erscheinenden Mitteln aus dem Geschehen entfernt« werden. Die gegen Geschehen gerichteten Mittel erster und letzter Wahl sind Lüge und Mord. Beide sind prinzipiell dokumentierbar.
GEWALTBEREITSCHAFT GEGEN GESCHEHEN beweist ihre GEWALTBEREITSCHAFT GEGEN GESCHEHEN mit aller »passend erscheinenden« GEWALTBEREITSCHAFT GEGEN GESCHEHEN, sobald sie auf ihre GEWALTBEREITSCHAFT GEGEN GESCHEHEN kritisch angesprochen wird. Sie lässt sich systematisch dazu provozieren, ihre öffentlich angesprochene Schwäche dadurch nicht wahrhaben zu wollen, „indem“ sie ihre öffentlich angesprochene Schwäche öffentlich zeigt. Gegen Geschehen gerichtete Zerstörungswut bleibt in ihren unvernünftigen Vorstellungswelten gefangen.

Die Notiz Geschehen bleibt unzertrennlich. wurde am Morgen des 31. Oktober 2006 nach Nachrichten über mehrere Morddrohungen fragenscheuer Zeitgenossen gegen „zwei ungehorsam frage-antwortende Frauen“ aus meiner Sicht unvermeidlich.



Es bleibt weiterhin geradezu „extrem“ sinnvoll, sich in aller Nüchternheit mit der >Vorstellungswelt der bösen Unvernunft< auseinanderzusetzen.
Denn auch Ignoranzen richten sich durch ihre Abwendung sehr gezielt gegen erwiesenes Geschehen. Dass sie das bis heute systematisch verkennen, hat nachlesbar „alte“ Ursachen. Wie kommt z.B. der Glaube an Übernatürlichkeit zustande?
(Die unbedingte Notwendigkeit eines Übernatürlichkeits-Glaubens wird in der römisch-katholischen Glaubensdurchführungsverordnung von der Gott-Anschauung so begründet: „...übersteigt das natürliche Erkenntnisvermögen der menschlichen Seele, ist also übernatürlich.“)


Dazu drei meiner als „Frager“ erläuternden Beiträge zum WDR-Forum
Staatlich verordneter Glaube?
Am 10. August 2006 17:36 schrieb Frager
An (...):
Keine Schlange hat je eine (verbotene) Frucht angepriesen, sondern beim Menschen (Adam & Eva) die absurde Vorstellung „angeregt“, sich aus der unentrinnbaren Integrität von Werden/Geschehen vorbeischlängeln zu können, um sich in geschehensüberlegene Positionen (also in „geschehensferne Überlegenheitszustände“) zu „entwinden“, die grundsätzlich die unentrinnbare Frage nach dem „Wohin“ (wo bist du?) nach sich zieht.
Der (an Zuständen und Abständen) „festhaltende Lebensentwurf“ verleitet dazu, daran zu „glauben“, dass man sich in geschehensüberlegene Positionen (also in „Zustände außerhalb von Geschehen/Werden“) „entwinden“ kann. Das Grundübel der Sicherheit suchenden Unvernunft schreit nach „endsieg-sicheren Systemen“, die in „Zustände“ außerhalb von Geschehen „enthelfen“ sollen. Die „Macht des Bösen“ findet bis heute keinen Anfang und kein Ende, weil sie – unverbesserlich lernunwillig – unablässig nach nicht existenten „Fluchtlöchern“ sucht.

Am 10. August 2006 17:59 schrieb Frager
Nachtrag
Richtig ist:
“Die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes...“
Seltsamerweise ist oft „...klüger als...“ zu lesen...
Ein verhängnisvoller Irrtum!


Am 10. August 2006 18:24 schrieb Frager
Noch ein Nachtrag:
Wie sich schließlich Adam über die Schuldzuweisung an „die Frau“ aus der Affäre ziehen wollte, worauf die Frau die Schlange („listiger als alle Tiere des Feldes“) verantwortlich macht – offenbar, weil sie listig genug scheint, sich auf unnachahmliche Weise aus dem Geschehen zu entwinden –, gehört mit zum endlos misslingenden Versuch der „totalen Entfernung von Geschehen“, deren Mittel (erster und letzter Wahl) Lüge und Mord sind. Sohn Kajin wendete diese „Mittel erster und letzter Wahl“ rücksichtslos an. Denn er wollte Geschehen, das nicht seinen Wunschvorstellungen entsprach (Geschehen kann grundsätzlich niemals menschlichen Vorstellungen entsprechen), mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln nicht wahrhaben.

2 Kommentare:

Blogger Bruno Reisdorff meinte...

Unter →Datei →Eigenschaften →Beschreibung von
http://www.brunoreisdorff.de/listig-glauben-lassen.pdf
ist seit dem 18. April 2009 dieser Fragen-Zusammenhang auffindbar:
Welcher »Gott« wurde mit den Tora-Sündenfällen-Erzählungen »plötzlich in die Übernatürlichkeit entrückt«, ohne dass es jemand bemerkte? Aus welchen »listigen Gründen« interessierte plötzlich nicht mehr „was und WIE geschieht?“: Warum wurde die „vollkommen unentrinnbare Integrität des Geschehens“ mit den Sündenfällen „plötzlich übernatürlich“ – und seit kirchenväterlicher Ansicht des AUGUSTINUS sogar „unwiderstehliche Anziehungskraft“, die „übernatürliche Erlösungskräfte notwendig“ machte –, ohne dass es jemand bemerkte?
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Das Bildschirmfoto „listig-glauben-lassen.jpg“ hatte ich 2009 aus einer etwa 2 Jahre alten E-Mail abgelichtet. Um auf weitere Einzelheiten aufmerksam zu machen, wie „weitgehend unbemerkt in die Übernatürlichkeitszone abgeschoben wurde“, übernahm ich diesen Mail-Text mit einer kleinen Änderung, die das S zwischen Übernatürlichkeit & ZONE hervorhob, in die gleichnamige pdf-Datei. Als zweite Seite folgte am 18. April 2009 der Teufelszeuginnen-Bericht, den ich „sehr kurz zuvor“ veröffentlicht hatte am Ende von http://brunoreisdorff.blogspot.de/2009/02/mit-welchen-mitteln-geschehensfernen.html

17. Dezember 2015 um 09:30  
Blogger Bruno Reisdorff meinte...

Heute wird meine Internetseite 7 Jahre „alt“. Ich veröffentlichte also am 17. Dezember 2015 um 09:30 Uhr „einen Geburtstags-Kommentar“ zum „listig-glauben-lassen“-Problem-Thema »primitiv-lineare Illusions-Welt des Fundamentalismus«...

17. Dezember 2015 um 09:44  

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